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Brief von Karoline von Woltmann und Wolfgang Adolph Gerle an Helmina von Chézy

Prag, 6. Dezember 1823
Biblioteka Jagiellońska Kraków | SV 281 Woltmann Karoline von, Bl. 9-10 XML-Datei downloaden
Absender/-in
Karoline von Woltmann Wolfgang Adolph Gerle
Empfänger/-in
Helmina von Chézy
Datierung
6. Dezember 1823
Absendeort
Prag
Empfangsort
Umfang
2 Blätter
Abmessungen
Breite: 210 mm; Höhe: 245 mm
Foliierung
Foliierung in Bleistift durch die Biblioteka Jagiellońska Kraków.
Herausgeber/-innen
Jadwiga Kita-Huber; Jörg Paulus
Bearbeiter/-innen
Quellenrecherche, Transkription, Auszeichnung nach TEI P5 und Annotation durch Agnieszka Sowa; XML-Korrektur durch Simona Noreik
Bibliographie
Ludwig Stern: Die Varnhagen von Ensesche Sammlung in der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Berlin: Behrend & Co. 1911.

Seite „9r“

9

[Karl August Varnhagen]Karoline von Woltmann.
und
W. A. Gerle.
[…]
Ihro Hoch- und Wohlgeboren
Frau Baronin v. Chezy geb. v. Klenke

Seite „9v“

[…]

Prag den 6ten December 1823

Hochgebohrne Frau Baronin!

Wir geben uns die Ehre Euer Hochgebohren den obigen Plan zu unserer Fortsetzung des Kranzes
mitzutheilen, und ersuchen Sie um Ihren Antheil für unser Blatt, Ihre Mitwirkung zu demselben.
In jeglichem der erwähnten Abtheilungen, welche Sie selbst wählen mögen, werden uns Ihre Beiträge erwünscht
seyn. Das Honorar für den Bogen belieben Sie uns selbst zu bestimmen. Es wird unverzüglich, nach Abdruck des Bei⸗
trags übermacht werden, insofern Sie nicht vorziehn, es hier auf Einen von uns anzuweisen.

Ihre


ergebenste

Redaktion des Kranzes.
Karoline v Woltmann
W. A. Gerle

Seite „10r“

10


Ich lasse das ueberanstehende förmliche Einladungsschreiben bei Seite,
und ersuche Sie; geehrte Frau um Ihre fortdauernde Güte für
den Kranz, auch während meines Antheils daran. Erfreuen Sie
uns recht oft mit Gaben Ihres schönen Talentes, den Kranz recht
blühend zu machen; denn Blüthen, an Frische, Leben, und Duft, und
Glanz, sind die Gedichte, welche die Musen Ihnen so ausgezeichnet
schenken. Mein Herr Mitredacteur hat das Vergnügen Sie
persönlich zu kennen und wird noch einige Worte der beson-
dern Anlässe hinzufügen, die aus persönlicher Bekanntschaft
entstehn. Ich hoffe auf eine solche mit Ihnen in Wien, wohin ich wahr-
scheinlich noch in diesem Monath komme und spare das Uebrige
bis dahin.

Karoline v Woltmann Meine Gnädige!
Frau von Woltmann hat mir so wenig Raum übrig gelassen,
daß ich nur mit wenigen Worten meinen Dank für Ihre zarten
Geistesblüthen abstatten, und mit der Bitte um Fortdauer
Ihrer gütigen Theilnahme, die verbinden kann, auf die mitfol-
gende Anweisung den heurigen Kranz bei Mösle
abhohlen
zu lassen. Mit herzlichem Vergnügen habe ich Ihr wunderschönes
Gedicht an Henriette Sonntag gelesen und freue mich sehr auf
Ihre und Webers Euryanthe,
die wir vielleicht doch noch im
Laufe des heurigen Jahres zu sehen bekommen werden.
Ich empfehle mich Ihrem wohlwollenden Andenken und bin mit
ausgezeichneter Verehrung Ihr bereitwilligster

W. A. Gerle

Seite „10v“

Ihro Hoch- und Wohlgeboren
Frau Helmina Freyin von Chezy
geb. v. Klencke
in

Wien