Brief von Sidonie von Seefried an Helmina von Chézy
Bad Homburg vor der Höhe, 17. April 1837
Seite „1r“
[Karl August Varnhagen]
Sidonie von Seefried
an Fr. v. Chézy.
an Fr. v. Chézy.
Homburg
Homburg 17ten
April 1837.
April 1837.
Nur noch 2 Zeilen des innigen Dankes. Alles sehr
wahr, sehr richtig, nur noch zu schonend! Ich werde
noch in Paris mit Fleiß daran arbeiten, denn sein
erster Zweck war eigentlich nur eine Uibung, eine
Beschäftigung für mich, und so wurde vielleicht auch
nicht genug gefeilt. Treffe ich Sie in der Welt wieder,
so müßen Sie die letzte Hand mit unerschöpflicher Güte
daran legen. Nun reise ich ab. Ich erwartete nur noch
Briefe und Reisegeld, daher konnte ich Ihnen nicht schreiben,
da täglich die Briefe kommen sollten, und ich täglich fortreisen
sollte. Ich gebe noch einer Cousine in Mainz Rendez-vous
und wäre so gerne, so gerne über Carlsruhe – aber es geht
nicht! – In Paris, oder auf einem stillen, kleinen
Plätzchen der Welt finden wir uns wieder, in jedem
Fall muß es ein schöner Himmel, schöner Berg, schönes
Wasser seÿ! – In Paris also kann ich Ihnen alles
besorgen, in Betreff Ihrer Pension, was Sie nur wünschen
und ich erwarte dort Ihre ordres, wenn ich Ihnen
nützen kann! – Mit der herzlichsten Freundschaft
und Liebe Ihre Sidonie.
Der Brief endet wie ein Stammbuchblatt – bewahrenwahr, sehr richtig, nur noch zu schonend! Ich werde
noch in Paris mit Fleiß daran arbeiten, denn sein
erster Zweck war eigentlich nur eine Uibung, eine
Beschäftigung für mich, und so wurde vielleicht auch
nicht genug gefeilt. Treffe ich Sie in der Welt wieder,
so müßen Sie die letzte Hand mit unerschöpflicher Güte
daran legen. Nun reise ich ab. Ich erwartete nur noch
Briefe und Reisegeld, daher konnte ich Ihnen nicht schreiben,
da täglich die Briefe kommen sollten, und ich täglich fortreisen
sollte. Ich gebe noch einer Cousine in Mainz Rendez-vous
und wäre so gerne, so gerne über Carlsruhe – aber es geht
nicht! – In Paris, oder auf einem stillen, kleinen
Plätzchen der Welt finden wir uns wieder, in jedem
Fall muß es ein schöner Himmel, schöner Berg, schönes
Wasser seÿ! – In Paris also kann ich Ihnen alles
besorgen, in Betreff Ihrer Pension, was Sie nur wünschen
und ich erwarte dort Ihre ordres, wenn ich Ihnen
nützen kann! – Mit der herzlichsten Freundschaft
und Liebe Ihre Sidonie.
Sie ihn auch auf wie ein Andenken. Welch ein Unglück
kann mich nicht vielleicht in dem stürmischen Paris treffen!
Seite „1v“
Seite „2r“
Seite „2v“
Helmina von Chezy, geborne Freÿin von
Klenke.
Klenke.
freÿ.
in
Carlsruhe..
wohnend im goldnen Kreuz
wohnend im goldnen Kreuz