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Brief von Caroline Pichler an Helmina von Chézy

[Wien], [11. Februar 1825]
Biblioteka Jagiellońska Kraków | SV 142 Pichler Caroline, o. D. XIII XML-Datei downloaden
Absender/-in
Caroline Pichler
Empfänger/-in
Helmina von Chézy
Datierung
11. Februar 1825
Absendeort
Wien
Empfangsort
Wien
Umfang
2 Blätter
Abmessungen
Breite: 129 mm; Höhe: 210 mm
Foliierung
Keine Foliierung durch das Archiv vorgenommen. Keine Paginierung durch die Absenderin vorhanden.
Herausgeber/-innen
Jadwiga Kita-Huber; Jörg Paulus
Bearbeiter/-innen
Quellenrecherche, Transkription, Auszeichnung nach TEI P5 und Annotation durch Katarzyna Szarszewska; XML-Korrektur durch Simona Noreik
Bibliographie
Ludwig Stern: Die Varnhagen von Ensesche Sammlung in der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Berlin: Behrend & Co. 1911.

Seite „1r“

[Karl August Varnhagen]Karoline Pichler.
den 11ten Abend.

Verehrte Frau!
Als heut Ihr Brief an mich mir gebracht
wurde, war es bereits 10 Uhr, mein Bedienter schon fort, und
ich im Begriffe mich anzuziehn und ebenfalls einiger
Empletten willen auszugehn. Es war mir daher unmöglich die
Antwort auf Ihren Brief in das Buchgewölbe um 12 Uhr
zu schicken. Auch hatte mir Kurländer dem ich den Al-
manach
schriftlich begehrt, mir erst versprochen ihn zu Tische
heut mitzubringen. Und sieh! er hatte ihn vergessen wie
er kam, u noch dazu – man muß das den Herren im Fa-
sching nicht übel nehmen, nichtig
geglaubt daß Sie den
von heuer 1825 verlangt hätten. Ich werde also erst mor-
gen zu ihm senden, und sie erhalten dann Buch und Ant-
wort zugleich. Übrigens läßt er sich Ihnen achtungsvoll
empfehlen, ist sehr geschmeichelt daß Sie sein Buch verlangten,
und bittet Sie sich dessen, so lange Sie es bedürfen zu bedie-
nen.
Was den 19 oder 20ten betrifft, so habe ich kein Engagement
außer ins Theater wenn Ottokar,
die Agnese,
oder Semi-
ramis
gegeben werden sollte. Sichrer ist es auf jeden Fall
die Soirée für den 23ten zu lassen, wo dieß Alles vorbey

Seite „1v“

seyn wird. Ich komme also am 23ten gewiß, und hoffe bis
dahin, wenn das Wetter mir einen weiteren Spaziergang
erlaubt, Sie vorher besuchen zu können.

Wegen der Anzeige war meine Frage eine bloße Neugierde, und
soll Sie zu nichts bestimmen.
Vielmehr bitte ich Sie damit ganz nach
Ihrem Gefallen zu schalten, denn erstens würde ich mir nicht
anmassen Ihnen einen Rath in dieser Angelegenheit geben
zu wollen, und zweytens kenne ich die meisten Tagblätter
kaum dem Nahmen nach. Welches Sie wählen, die Abendzei-
tung,
oder ein anders – das wird das Passendste seyn.

Fanny Tarnow muß eine sonderbare Art von Frau seyn –
schwerlich könnte ich mich mit ihr verstehn, und am besten
ist es mit solchen Menschen in gar keine Berührung zu
kommen.

Leben Sie recht wohl. Ich sehe Sie am 23ten gewiß, wahr-
scheinlich aber auch noch früher unter Tags.
Ihre

Pichler
den 11ten

Seite „2r“

Seite „2v“

An Frau v Chezy
Hochwohlgebohren